HDR-Tutorial – eine einfache Anleitung zum erstellen von HDR-Fotos

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Schritt 4: Foto(s) schießen

Für eine Belichtungsreihe die ich später zum einem HDR-Bild zusammenfügen möchte, verwende ich ausschließlich den manuellen Modus meiner Kamera. Ich stelle also auf “M” und schalte den Autobrecketing-Modus ein. Standardmäßig habe ich die Schrittweite meiner 3 Aufnahmen (mehr geht bei mir nicht) auf 2 EV gestellt. D.h. ich mache insgesammt 3 Fotos mit -2EV, 0 und +2EV. Ich hätte die Möglichkeit diese Schrittweite nach unten zu korrigieren und mit 0,7er oder 0,5er Schritten zu fotografieren. Doch bis jetzt bin ich mit den 2er Schritten sehr zufrieden und hab ehrlichgesagt auch noch nichts anderes ausprobiert.

Weitere bewehrte Einstellungen:

  • ISO-Einstellung sollte fix gesetzt werden  (nicht Automatik!)
  • Die Blendenstufe sollte fix gesetzt werden. Angeblich sollen 8 bis 11  (also eine mittlere Blendesnstufe) die besten Ergebnisse liefern. Ich selbst probiere auch gern mal höhere oder niedrigere Stufen.
  • Nimm im Raw-Format auf – man weiß ja nie was noch so kommt! Vielleicht verwackelt man ja eine Aufnahme ein wenig, dann kann man zumindest noch aus einem Raw-File ein Pseudo-HDR machen…
  • Wie bei der Ausrüstung schon erwähnt: Wenn du ein Stativ hast, benutze es!

Tipp: Einige Kameras bieten die Möglichkeit, Einstellungen zu speichern und auf eine Funktionstaste zu legen. So habt ihr mit einem kleinen Dreh die Einstellungen parat, die ihr für HDR’s braucht!

Hier ein Screenshot aus Lightroom der die Belichtungsreihe des Sonnenuntergangs auf Teneriffa zeigt:

Sunset on Teneriffa - die Belichtungsreihe

Sunset on Teneriffa – die Belichtungsreihe

Schritt 5: Photomatix Pro oder ein anderes HDR-Programm

Ich werde die HDR-Erstellung anhand von Photomatix zeigen. Es funktioniert aber in fast jedem HDR-Programm ganz ähnlich. Falls ihr noch eine Entscheidungshilfe für die Wahl des richtigen HDR-Programms braucht, schaut doch mal hier nach!

Jetzt wird’s endlich Zeit Photomatix anzuwerfen und aus den aufgenommenen Bildern ein HDR-Bild zu zaubern. Photomatix macht aus deinen Aufnahmen – egal ob drei, fünf, sieben oder sogar noch mehr – ein HDR-Bild. Dieses HDR-Bild kannst du dann mit Hilfe eines Tonemappers wieder in ein darstellbares LDR zurückrechnen und als JPEG speichern.

Generell kann Photomatix auf mehrere Arten verwendet werden:

  • Zum Erstellen eines HDR-Bildes aus mehreren Aufnahmen (häufigste und auch hier vorgestellte Methode)
  • Zum Abarbeiten von ganzen Batch-Jobs, die gleich meherere HDRs auf einmal erzeugen
  • Zum Erstellen eines HDR-Bildes aus nur einem Raw-Bild (–> Pseudo-HDR)

Sehen wir uns die erste Variante nun im Detail an! Dazu einfach Photomatix öffnen und auf “Generate HDR Image” klicken. Folgender Dialog erscheint:

Photomatix – Dateiauswahl

Wähle hier einfach dein drei (oder mehr) Dateien deiner Belichtungsreihe aus und bestätige die Auswahl. Ich habe in diesem Fall gleich direkt die Raw-Dateien meiner Belichtungsreihe ausgewählt. In diesem Fall übernimmt Photomatix die Konvertierung in das JPEG-Format. Angeblich soll es etwas besser sein, wenn man diese Konvertierung selbst vornimmt (z.B. aus Lightroom exportieren). Bisher konnte ich allerdings noch keine nennenswerte Unterschiede feststellen.

Als nächstes kommt ein Fenster, auf dem man die HDR-Optionen festlegen kann. Welche Einstellungen man hier trifft hängt normalerweise stark von den ausgwählten Dateien ab.

Photomatix – Einstellungen

Die erste Option “Align source Images” kann im Prinzip immer ausgewählt werden. Hier versucht Photomatix die drei Bilder richtig anzuordnen, sollten die Bilder etwas verwackelt worden sein. Hat man bei den Aufnahmen mit einem Stativ gearbeitet, wird das natürlich selten notwendig sein. Aber schaden kanns ja nicht denk ich mir…

Ob man das Rauschen und eventuelle Geisterbilder ebenfalls von Photomatix behandeln lassen möchte ist wieder Geschmackssache. Es gibt für beides auch andere Wege, die mindestens gleich gute Ergebnisse liefern (Photoshop, Noiseware, … ).

Hat man alle Einstellungen getroffen, klickt man auf OK und wartet je nach Rechnerleistung ein kleines Weilchen. Dann erhält man aber ein etwas merkwürdig aussehendes Bild – das HDR-Bild. Wie ich anfangs schon erwähnt habe, können herkömmliche Bildschirme nicht viel mit diesen Bildern anfangen, also halten wir uns nicht lange damit auf und beginnen gleich mit dem Tonemapping-Prozess!

Und jetzt wirds richtig interessant! Soooo viele Schieberegler und Einstellungen und Möglichkeiten… wow, da gehts ab! Nun ja, ab hier wirds muss sich jetzt jeder selbst mit Photomatix beschäftigen. Es gibt keine 100%ig richtigen Einstellungen – richtig ist, was  einem selbst gefällt. Auf der anderen Seite gibt es jedoch einige Beispiele, wie man es nicht machen sollte. Ich poste hier mal einen Versuch, den ich auf keinen Fall empfehlen kann:

Photomatix - Wie man es nicht machen sollte

Photomatix – Wie man es nicht machen sollte

Ihr könnt im obrigen Bild auch die Einstellungen sehen, mit denen das Bild erstellt wurde. Natürlich bin ich hier um einiges über das Ziel hinaus geschossen. Ich muss aber leider zugeben, dass ich am Anfang meiner “HDR-Laufbahn” sehr oft etwas zu weit mit den Reglern abgerutscht bin und genau solche oder ähnliche Bilder erzeugt habe. Ich glaub das passiert am Anfang einfach. Man ist von den Möglichkeiten die sich bieten einfach zu sehr angetan und probiert halt immer mehr und mehr. Dass das aber nicht unbedingt notwendig ist wir einem meist erst etwas später klar…

Natürlich will ich euch jetzt nicht die Einstellungen vorenthalten mit denen ich das Bild dann tatsächlich generiert habe. Also, hier meiner Meinung nach bessere Einstellungen:

Photomatix - Bessere Einstellungen

Photomatix – Bessere Einstellungen

Zu den einzelnen Schiebereglern gibts eigentlich nicht wirklich viel zu sagen, da die meisten selbsterklärend sind. Kurz zusammengefasst:

  • Strength: Lasse ich meist ziemlich hoch (> 90). Manchmal wird mir das Bild allerding zu dunkel oder es rauscht zu stark – dann wird zurückgedreht.
  • Color Saturation: Tja, ein gefährlicher Regler! Lasse ich meist zwischen 50 und 60 stehen um das Bild nich zu sehr zu übersättigen.
  • Luminosity: Die “Bildhelligkeit” oder “Intensität” des Bildes. Je weiter nach rechts, desto mehr bekommt man davon…
  • Microcontrast: Lasse ich ebenfalls in den meinsten Fällen sehr hoch. Hilft die kleinen Kontrastunterschiede im Bild besser herauszuarbeiten. Am besten so lange verändern bis es passt!
  • Smoothing: Sehr wichtiger Regler! Hier kann man die oft auftretenden “Heiligenscheine” (“halo”) wegbekommen und ein schönes ausgewogenes Bild erzeugen.
  • Tone Settings: Hier kann man die Helligkeit des Bildes beeinflussen. Die weißen Stellen etwas hervorheben, die dunklen abschwächen oder umgekehrt – wie man eben will.
  • Color Settings: Möchte man dem Bild bereits in Photomatix einen etwas wärmeren Touch geben, so kann man dies in den Color-Settings machen.
  • Miscellaneous Settings: Man könnte auch das Rauschen in Photomatix weiter reduzieren. Ich persönlich lasse diese Einstellung meist sehr niedrig und bearbeite das Rauschen dann später in Photoshop.

Tipp: Es gibt die Möglichkeit einmal getroffene Einstellungen auch abzuspeichern. Einfach unter “Presets->Save Settings…” die aktuellen Einstellungen für später speichern und das nächste mal bequem Laden!

Hat man lange genug an den Einstellungen herumgeschraubt, braucht man das Ganze nur noch duchrechnen zu lassen und kann sich dann die JPEG-Version des HDR-Bildes (jetzt eigentlich LDR-Bildes) speichern.

Schritt 6: Photoshop, Lightroom und was einem sonst noch so Spass macht

Jetzt gehts los – ab hier sind keine Grenzen gesetzt!

Ob in Photoshop oder einem anderen Programm ist eigentlich egal. Es sollte aber auf jeden Fall nochmal genau auf das Bildrauschen geachtet und gegebenenfalls etwas dagegen unternommen werden. Oft sind auch kleine Verunreinigungen oder störende Kabel zu retuschieren…

Bin ich mit diesen Sachen fertig, kommt zu guter Letzt noch Lightroom an die Reihe. Ich wähle hier den richtigen Bildausschnitt und mache die letzten Anpassungen: Weissabgleich, Belichtung, Helligkeit, Kontrast, … alles wird nochmal unter die Lupe genommen. Zum Schluss vielleicht noch eine Vignettierung hinzufügen oder wegnehmen, wie auch immer. Und dann ist man fertig – vorausgesetzt man ist mit dem Ergebnis zufrieden. Falls nicht, muss man halt nochmal ran…   ;)

Nachdem die Frage aufgetaucht ist, wie meine bevorzugten Schritte im Photoshop aussehen, hab ich dazu einen extra Beitrag geschrieben: Tutorial Ergänzung – Bearbeitung im Photoshop

Hier ein paar mögliche fertige Versionen meines Vorzeigebildes:

Sunset on Teneriffa - so könnte es aussehen...

Sunset on Teneriffa – so könnte es aussehen…

Sunset on Teneriffa - oder doch in S/W

Sunset on Teneriffa – oder doch in S/W

Sunset on Teneriffa - oder etwas antiker

Sunset on Teneriffa – oder etwas antiker

 
Kommentare

f**k!!! das ist ein wirklich verdammt gutes hdr tutorial! da brauch ich dich ja nicht mal mehr persönlich zu interviewen!

PS: generell geile site!

Na das freut mi aber wenn’s auch jemand liest, das Tutorial! War mir zwischendurch ja nicht mehr so sicher… ;)

kannst Du evtl noch etwas zu Bearbeitungsschritten in PS sagen?

Hi Micha,
ja, kann ich machen. Werd mir ein Beispielbild raussuchen und ein paar Schritte genauer zeigen. Wird aber leider ein bisschen dauern bis ich das fertig hab…

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